Heute treten Allergien – vor allem bei Kindern – immer häufiger auf. Bei einer Allergie kommt es zu einer überschießenden Reaktion des Immunsystems auf eigentlich unschädliche Substanzen (Allergene). Inzwischen geht die Medizin davon aus, dass die Zunahme dieser Krankheitsbilder, also Heuschnupfen, Asthma und Neurodermitis, mehr mit unserem „westlichen“ Lebensstil als mit der genetischen Disposition zu tun hat.

Dementsprechend spielt der Lebensstil in der Behandlung von Allergien in der Anthroposophischen Medizin eine zentrale Rolle – ebenso wie in der Allergieprophylaxe. Vor einigen Jahren konnte eine große schwedische » Studie zeigen, dass Kinder, die viel draußen spielen, die zurückhaltend geimpft sind und in ihren ersten Lebensjahren keine Antibiotika bekommen haben, ein deutlich geringeres Risiko haben, im späteren Leben an einer Allergie zu erkranken.

Der ganzheitliche Ansatz der Anthroposophischen Medizin, bei dem Medizin und Pädagogik ineinandergreifen, eignet sich sehr gut für eine Behandlung von Allergien: Kinder sollten zum Beispiel viel Kontakt mit der natürlichen Umgebung haben, sie sollten sehr viel draußen sein, im direkten Kontakt mit Wald, Pflanzen und Bauernhoftieren. Sie sollten gestillt werden und anschließend viel Vollwertkost bekommen. Fieberhafte Erkrankungen sollten (möglichst ohne fiebersenkende Mittel) in Ruhe ausheilen können. Antibiotika sollten für den absoluten Notfall reserviert bleiben. Impfungen sollten nicht zu früh erfolgen.

Darüber hinaus kennt die Anthroposophische Medizin verschiedene gut wirksame Arzneimittel, die spezifisch eingesetzt werden können. Außerdem können Allergien gut mit Heileurythmie oder Kunsttherapie behandelt werden. Auch eine bewusst eingesetzte Stärkung der Sinne hat sich bei Kindern sowohl in der Allergie-Prävention als auch in der Therapie bewährt.

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