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Die Erstattung der anthroposophischen Misteltherapie auf Kassenrezpet ist seit Ende September 2011 akut gefährdet. Wie konnte es dazu kommen? Was können die betroffenen Patienten jetzt tun? Worauf müssen Ärztinnen und Ärzte achten, wenn sie die adjuvante Misteltherapie verordnen? Informieren Sie sich » hier.

Anthroposophische Pflege

In der Anthroposophischen Medizin ist die Krankenpflege Bestandteil der Therapie. Die Krankenpflege wirkt dabei in zwei Richtungen. Auf der einen Seite versorgen die Pflegerinnen und Pfleger den Patienten mit den Dingen des täglichen Lebens: Sie ernähren, kleiden, reinigen, bewegen, entlasten, regen ihn an oder gestalten seine Umgebung. Auf der anderen Seite begleiten sie den Patienten in seiner Krankheit. Sie trösten ihn, stehen ihm bei, beraten und ermutigen ihn. Dabei werden in der anthroposophischen Pflege die Erkenntnisse der modernen Pflegeforschung ebenso wie die geisteswissenschaftlichen Erkenntnisse der Anthroposophie genutzt.

Die anthroposophischen Pflegekonzepte sind auf bestimmten Gebieten besonders wirksam. So wurden ausgehend vom Konzept der zwölf Sinne differenzierte Pflegemethoden im Umgang mit Früh- und Neugeborenen und wahrnehmungsgestörten Patienten entwickelt. Die Anschauung von der funktionellen Dreigliederung des Organismus in Nerven- und Sinnessystem, Stoffwechsel und Rhythmisches System ist Hintergrund für Rhythmische Einreibungen nach Wegman und Hauschka und bei der äußerlichen Anwendung von Natursubstanzen. Diese äußeren Anwendungen regen die Selbstheilungskräfte an. Sie kommen innerhalb der Anthroposophischen Medizin bei nahezu allen akuten und chronischen Erkrankungen zum Einsatz. Oder das Verhältnis des Menschen zur Natur: Die Reaktionen des Organismus auf Mineralien, das Verhältnis zum Pflanzen- und Tierreich wird in der Anthroposophischen Pflege genutzt, um Wärme, Luft, Wasser und Erde heilsam einzusetzen. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Wärme, die in ihrem physikalischen, aber auch im seelischen und geistigen Sinn angewendet wird.

Ein wichtiger Schwerpunkt der Anthroposophischen Pflege ist die Individualität des Menschen. Diese drückt sich durch sein Ich aus. Das Ich ist unvergänglich und bildet daher den Maßstab für ethische Entscheidungen in der Pflege. Die anthroposophisch orientierte Pflege des Patienten hat als Ziele, Gesundes zu fördern, Leiden zu lindern und Entwicklungsmöglichkeiten, die in der Krankheit liegen, bewusst zu machen. Bei bewusstlosen oder demenzkranken Patienten, ja selbst wenn keine körperliche Heilung möglich scheint, eröffnet die Annahme eines unsterblichen Wesenskerns viele Perspektiven.

Die anthroposophische Pflege hat sich über 85 Jahre zunächst in anthroposophischen Kliniken, Altenheimen und heilpädagogischen Heimen entwickelt. Weltweit gibt es etwa 40 kleinere und größere Kliniken oder Rehabilitationszentren, die mit dem Konzept der Anthroposophischen Pflege arbeiten. Seit etwa 15 Jahren gibt es auch anthroposophisch orientierte Pflegedienste, die häusliche Pflege anbieten.