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Aussichten mit Perspektiven
Eröffnung des Hauptstadtbüros Komplementärmedizin
am 1. Juni 2005
Der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland und die Hufelandgesellschaft haben sich zu einer Bürogemeinschaft zusammengeschlossen. Die beiden Verbände haben es sich zur Aufgabe gemacht, den besonderen Therapierichtungen in der Hauptstadt eine starke Stimme geben und für alle im Gesundheitssystem, insbesondere den an der Gesundheitspolitik beteiligten als koordinierende Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

Frau Staatssekretärin Marion Caspers Merk gratulierte in ihrer Begrüßung zur Eröffnung des
Hauptstadtbüros. Mit dem neuen Büro werde die Komplementärmedizin an Bedeutung gewinnen und ihre Standpunkte noch effizienter als in der Vergangenheit in die politischen Entscheidungsprozesse einspeisen. Sie verschwieg nicht, dass es insbesondere um die Herausnahme der nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel aus der Erstattung harte Diskussionen gegeben habe und konstatierte den bestehenden Dissens zu den Verbänden. Des weiteren erklärte Frau Caspers- Merk die Bereitschaft des Ministerium die Änderungswünsche der beiden Verbände im Zusammenhang mit der 14. AMG-Novelle sehr wohlwollend zu prüfen.
Dr. med. Matthias Girke, Vorstandsmitglied des DAMiD, erläuterte in seinem Vortrag die Stärken der Komplementärmedizin am Beispiel der koronaren Herzerkrankung. Hier habe sich - durch Studien belegt - gezeigt, dass gerade mit Lebensstilveränderungen Erfolge zu erzielen sind, die sich durchaus mit der Arzneitherapie vergleichen lassen. Am Beispiel des Behandlungsangebots des Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe in Berlin erläuterte Dr. Girke, das Behandlungskonzept, sowie die Bedeutung der Entscheidungsfreiheit des Patienten. "Jeder Patient, jede Patientin muss für sich entscheiden, welches Behandlungskonzept individuell das Richtige ist. Selbstverständlich kann dies auch die konventionelle (Arznei)Therapie sein."

Matthias Girke wies in seinen weiteren Ausführungen darauf hin, dass Forschung und Wirksamkeitsnachweis in der Komplementärmedizin eine große Rolle spielen. Die große Akupunkturstudie, aber auch kleinere Studien im Bereich der Homöopathie und der Anthroposophischen Medizin belegten eindrücklich die Wirksamkeit komplementärmedizinischer Behandlungspfade.

Dr. med. Helmut Sauer, Vorstandsmitglied der Huflandgesellschaft, betonte die Bedeutung
des Hauptstadtbüros für die Arbeit der Huflandgesellschaft und die ihr angeschlossenen über zwanzig Verbände der unterschiedlichen komplementären Therapierichtungen. Angesichts des großen Interesses der Bevölkerung an den Verfahren der Komplementärmedizin sei diese Anlaufstelle aber für alle Institutionen interessant, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen wollen.
Das Hauptstadtbüro Komplementärmedizin verstehe sich aber auch als Koordinationsstelle für Fragen und Anliegen aus der Politik und dem Gesundheitswesen. Hier soll ein Forum entstehen für einen verstärkten Dialog rund um die medizinischen und gesellschaftlichen Aspekte der Komplementärmedizin.

Dr. Wolf Bauer überbrachte im Namen der CDU-Bundestagsfraktion die besten Wünsche für ein weiteres Gelingen der gemeinsamen Arbeit. Er persönlich bedauerte sehr, dass durch die Herausnahme der nichtverschreibungspflichtigen Arzneimittel insbesondere das breite Spektrum der Naturarzneimittel den gesetzlich versicherten Patientinnen und Patienten nicht mehr erstattet wird. Die CDU/CSU-Fraktion habe einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, der die Anhebung der Altersgrenze auf 18 Jahre vorsieht und damit insbesondere Familien entlaste.

Erika Lotz, die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion bekräftigte, dass auch in Zukunft die SPD das Ihre dazu beitragen werde, die besonderen Therapierichtungen zu unterstützen
Ihre Fraktion bemühe sich derzeit in Gesprächen mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss eine Ausweitung der OTC-Liste auf Antihistmatika zu erreichen und so insbesondere AllergikerInnen zu entlasten.

Annette Rausch überbrachte die besten Wünsche im Auftrag der gesundheitspolitischen Sprecherin der Grünen, Biggi Bender. Diese war leider aufgrund dringender Terminverpflichtungen verhindert. Sie hob hervor, dass die Fraktion der Grünen im Bundestag ihre Aufgabe darin sieht, die Rahmenbedingungen für Pluralismus in der Medizin zu erhalten und zu verbessern. Leider seien die Grünen mit ihren Vorschlägen, Ausnahmeregelungen für homöopathische und anthroposophische Arzneimittel im Gefolge der Streichung der OTC- Medikamente aus der Erstattung vorzusehen, gescheitert, allerdings konnten im Rahmen der Novellierung des Arzneimittelgesetzes zahlreiche Verbesserungen für die Arzneimittel der Homöopathie und Anthroposophischen Medizin erreicht werden.

Daniel Bahr bekräftigte für die Fraktion der FDP, dass alle BürgerInnen die Möglichkeit haben müssen, gemeinsam mit ihrem Arzt, die für sie angemessene Behandlung zu wählen. Der Pluralismus in der Medizin sich folglich auch im Leistungsangebot der gesetzlichen Kassen wiederspiegeln müsse. Dies habe die FDP-Fraktion auch schon in der Diskussion um die Gesundheitsreform und jetzt aktuell mit ihrem Gesetzentwurf, der vorsieht die nicht verschreibungspflichtigen Arzneimittel wieder in die Erstattung aufzunehmen deutlich gemacht.
Das sich anschließende Büffet bot Raum für zahlreiche Gespräche und Kontakte.
