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Keine Schleichwerbung für die Misteltherapie
Die Misteltherapie in der ARD-Telenovela "Sturm der Liebe"
Pressemitteilung, 4. März 2009
Am 23. Februar 2009 wurde im Blog der Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ.NET) unter der Überschrift "Mit Mistelpräparaten gegen Krebs: Die ARD wirbt wieder für Pharma-Unternehmen" behauptet, die ARD hätte Schleichwerbung für die Mistelthera-pie gemacht. Diesen Vorwurf möchte der Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD), der in Deutschland das gesamte Spektrum der Anthroposophi-schen Medizin repräsentiert (also auch die Hersteller von Mistelpräparaten), nicht un-kommentiert stehen lassen: Es hat keinerlei Absprachen zwischen dem Dachverband oder einzelnen Herstellern von Mistelpräparaten mit der ARD gegeben, um diesen The-rapieansatz im Programm der ARD zu platzieren. Eine solche Art von strategischem Product Placement oder Themensetting wäre mit dem ethischen Anspruch dieser Her-steller grundsätzlich unvereinbar.
Darüberhinaus gibt es in Deutschland vier Hersteller von Mistelpräparaten (AB-NOBA, HELIXOR, WALA und WELEDA), die untereinander im Wettbewerb stehen, so dass die Nennung eines einzelnen Präparates (die es in der Sendung auch nicht gegeben hat) auch vor diesem Hintergrund nicht im Interesse der Anthroposophischen Medizin ist. Darüberhinaus gibt es phytotherapeutische Mistelpräparate, deren Wirkungsweise von denen der Anthroposophischen Medizin abweicht. Von einer einheitlichen Interes-senlage kann insofern keine Rede sein.
Die Misteltherapie ist heute innerhalb der Onkologie weit verbreitet: In der Krebsmedizin gehören Mistelpräparate mittlerweile zu den am häufigsten verordneten Arzneimitteln in Deutschland. Etwa die Hälfte der Tumorpatienten wenden Mistelprä-parate an. Eine Erwähnung dieses Ansatzes in einer populären Fernsehsendung kann also durchaus mit der Nennung eines anderen Ansatzes in der Krebstherapie vergleich-bar sein - ohne dass damit Schleichwerbung verbunden sein muss.
Die Anthroposophische Medizin setzt sich seit langem für eine differenzierte Be-trachtung der Misteltherapie ein und macht diese Informationen sowie aktuelle For-schungsergebnisse auch in differenzierter Form zugänglich, zum Beispiel im Internet unter www.mistel-therapie.de oder auf Kongressen, wenn die Misteltherapie im Dialog mit der Schulmedizin vorgestellt wird. Da die Anthroposophische Medizin ihr spezifi-sches Profil als Erweiterung der modernen naturwissenschaftlichen Medizin versteht, sind seriöse und objektive Informationen zur Misteltherapie, ob sie zum Beispiel pallia-tiv oder adjuvant eingesetzt wird, ein integraler Bestandteil einer anthroposophisch orientierten Misteltherapie, auch und gerade in Zusammenarbeit mit der konventio-nellen Onkologie. Die Frage, ob diese Informationen in einer Telenovela angemessen vermittelt werden können, liegt ausschließlich bei der Programmdirektion und Redakti-on der ARD und damit außerhalb unserer Verantwortung. Die Anthroposophischen Medizin hat eine solche (oder anders geartete) Darstellung der Misteltherapie in kei-nem Fall durch Absprachen oder finanzielle Mittel angeregt.
Pressekontakt:
Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD)
Natascha Hövener, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Email: hoevener@damid.de
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