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Keine Schleichwerbung für die MisteltherapieAnthroposophische Medizin im Dialog

Anthroposophische Medizin beteiligt sich an der 1. Nationalen Impfkonferenz

Pressemitteilung, 12. März 2009

In der vergangenen Woche fand in Mainz die von der Gesundheitsministerkonfe-renz beschlossene 1. Nationale Impfkonferenz "Impfschutz im Dialog" statt. Getroffen hatten sich Ärzte, Wissenschaftler, Vertreter der Gesundheitsbehörden und andere Imp-fexperten, um gemeinsam über eine bundesweite Strategie zum Impfen zu diskutieren. Im Hauptprogramm dieser Veranstaltung hat auch der medizinische Direktor des an-throposophischen Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke, Dr. Stefan Schmidt-Troschke, als Referent teilgenommen und die Perspektive der Anthroposophischen Medizin in den Dialog eingebracht. Damit steht Stefan Schmidt-Troschke pars pro toto für das Bedürfnis der Anthroposophischen Medizin, über differenzierte Positionen zum Impfen ins Ge-spräch zu kommen. Die Anthroposophische Medizin intensiviert seit einigen Jahren ver-stärkt einen solchen fachlichen Austausch, um der hohen gesellschaftlichen Verantwor-tung, die mit dem Thema Impfen verknüpft ist, gerecht zu werden: "Die anthroposophi-schen Ärzte verstehen sich als eine gesellschaftlich verantwortliche Gruppierung, die auch mitgestaltet", so der anthroposophische Kinderarzt.

In der Vergangenheit waren unter anderem anthroposophische Ärztinnen und Ärz-te in den Medien immer wieder als ideologisch verhärtete Impfgegner attackiert wor-den, die verantwortungslos besonders die Masernimpfung torpedieren würden. Um es noch einmal klar zu stellen: Anthroposophische Ärztinnen und Ärzte sind nicht gegen Impfungen, sondern für die Respektierung der elterlichen Impfentscheidung auf der Ba-sis der STIKO-Empfehlungen und einer individuellen Aufklärung. Dies ist nach gelten-dem Recht auch die einzig rechtskonforme ärztliche Haltung. Dabei gilt es für die An-throposophischen Ärzte, zusammen mit den Eltern alle Aspekte und möglichen Risiken, die bei einer Impfung eine Rolle spielen, individuell zu erörtern und abzuwägen, um so eine "risikoadjustierte" Entscheidung fällen zu können.

Diese differenzierte Position der Anthroposophischen Medizin zeigte sich auch bei der 1. Nationalen Impfkonferenz, bei der Schmidt-Troschke deutlich machte, dass die Anthroposophische Medizin ganz bewusst den Dialog mit der Schulmedizin suche: "Da ist es gelungen, Türen zu öffnen", zum Beispiel auch bei der Forderung von Schmidt-Troschke, die Versorgungsforschung in Deutschland und Postmarketing Surveillance (Untersuchungen von Impfwirkungen nach der Zulassung) zu stärken. Auf der anderen Seite konnte der Pädiater aber auch darstellen, dass Kinderkrankheiten immer auch ei-ne biografische Bedeutung hätten. Außerdem dürfe Kritik an der jetzigen Impfpraxis in Deutschland nicht ausgespart werden. Das ist mittlerweile aber keine Forderung einer medizinischen Minderheit mehr. Auch andere wissenschaftliche Vereinigungen fordern heute eine größere Transparenz beim Impfen. Im Vorfeld der Konferenz hatte zum Bei-spiel die "Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin" in einem Positionspapier ("Impfen um jeden Preis? Impfmüdigkeit in Deutschland") deutliche Kri-tik an der gegenwärtigen Situation geäußert und einen kritischen, transparenten und von der Pharmaindustrie unabhängigeren Umgang mit Impfempfehlungen gefor-dert.

Bei der Impfkonferenz zeigte sich, dass sich die Debatte um sinnvolle Schutzimp-fungen besonders oft an der Masernimpfung entzündet. In Deutschland wird immer wieder eine niedrige Impfrate bei Masern kritisiert, regelmäßig werden anthroposo-phisch orientierte Elternhäuser (und auch Ärzte) dafür (mit-)verantwortlich gemacht. Die Masern sind eine hoch fieberhafte und sehr ansteckende Kinderkrankheit. Es ist für anthroposophische Ärzte selbstverständlich, auf das stark ansteigende Risiko schwerer und tödlicher Masernkomplikationen nach dem neunten Lebensjahr hinzuweisen. Eine weitere Risikogruppe für Masern sind Säuglinge, für die es keinen Impfschutz gibt. Die-se Risiken sollten allen Beteiligten bewusst sein: "Eltern gehen eine große Verantwor-tung ein, wenn sie ihre Kinder nicht gegen Masern impfen lassen", machte Stefan Schmidt-Troschke deutlich. Die Anthroposophische Medizin hält es für notwendig, durch Langzeitstudien zu erforschen, wie die Wirkdauer einer Masernimpfung einge-schätzt werden kann und wie sich der Langzeitschutz der Bevölkerung entwickelt.

Pressekontakt:
Dachverband Anthroposophische Medizin in Deutschland (DAMiD)
Natascha Hövener, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Email: hoevener@damid.de
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