Schüler mit Smartphones

 

Workshop der Anthroposophischen Medizin mit dem Bund der Freien Waldorfschulen zur Digitalisierung im Kindesalter kommt zu interessanten Ergebnissen

Berlin, 6. Oktober 2021. Niemand, der privat oder beruflich mit Kindern zu tun hat, kommt an dem Thema vorbei: Was macht die Digitalisierung mit unseren Kindern? Wie finden Familien, aber auch Schulen, einen gesunden Umgang mit den Medien? Gemeinsam mit dem Bund der Freien Waldorfschulen hat die Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte (GAÄD) diese Fragen live diskutiert – ein wirklich gelungener Austausch zwischen Medizin und Pädagogik.

Timing ist alles

Zu diesen Fragen, die sowieso zum Dauerbrenner in der Pädagogik, aber auch in der Kinder- und Jugendmedizin gehören, haben sich am 22. September in einem Live-Stream mehrere Kinderärzt:innen und Pädagog:innen differenziert ausgetauscht und folgende Fragen diskutiert: Wo liegen Chancen für Bildung und Schule? Wo die Risiken für die kindliche Entwicklung?

Was die Wissenschaft zum Thema Gesundheit und Medien bisher erforscht hat, fasste Prof. Dr. David Martin (Universität Witten/Herdecke), Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, zusammen und zeigte auf, zu welchen Ergebnissen die wichtigsten Studien gekommen sind.

Als problematisch wurde von David Martin geschildert, dass die starke Nutzung von digitalen Medien bei Kindern deutliche Auswirkungen auf zentrale Elemente der kindlichen Entwicklung haben – auf die Entwicklung von Initiativfähigkeit, auf die Gehirnentwicklung, auf die Empathiefähigkeit. Dabei machte er deutlich, dass der Umgang mit Medien vor allem eine Frage des Timings sein sollte: In den ersten Jahren sollten digitale Medien gar kein Thema sein, in den Grundschuljahren sehr moderat und in den Jugendjahren sollte die Mediennutzung gut eingeführt und begleitet werden.

Gesunder Umgang mit Medien

Sehr interessant war auch der Beitrag der Kinderärztin Dr. Silke Schwarz (Universität Witten/Herdecke), die viele praktische Tipps vorstellte, wie es Familien gelingen kann, die Bildschirmzeit sinnvoll zu regulieren. In den folgenden Podiumsrunden tauschten sich anschließend Lehrer:innen, Familien-Hebammen und weitere Expert:innen aus. In einem lebendigen Dialog wurde deutlich, dass es vor allem um folgende Aspekte geht: Die Eltern mitnehmen, pragmatische Lösungen finden, analoge Angebote für Kinder und Familien machen. Fragen der Teilnehmer:innen aus dem Chat ergänzten die Frage- und Gesprächsrunde.

Mehr erfahren?

Die Beiträge des Live-Streams stehen zuvor eingeloggten (!) Teilnehmer:innen in der » Mediathek der GAÄD zur Verfügung

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