Human and Planetary Health:

Die Verantwortung der Medizin für Mensch und Natur

Im zweiten Jahr der Pandemie wächst die Sehnsucht nach menschlicher Begegnung und fachlichem Austausch. Gerade in Zeiten der sozialen Distanz erleben wir die besondere Qualität des kollegialen Zusammentreffens und so hoffen wir, dass diese Jahreskonferenz wiederum am Goetheanum möglich sein wird. Die COVID-19-Erkrankung hat die Anthroposophische Medizin vor die Frage gestellt, ob wir in der Lage sind, einen relevanten Beitrag zu den wichtigen Gesundheitsfragen unserer Zeit zu geben. Gemeinsam konnten wir integrative Behandlungskonzepte entwickeln; dabei war der internationale kollegiale Austausch sehr wichtig.

So wurde die Wirksamkeit anthroposophischer Pflege und Therapie sowohl in anthroposophischen Kliniken wie in der ambulanten Praxis erlebbar, in Rio de Janeiro und Lima ebenso wie in Berlin oder Arlesheim. Auch in der Behandlung der oft ernsten Folgen der Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie konnten wichtige Beiträge geleistet werden. Die Pandemie stellt ebenso spirituelle Fragen. Wir sind dankbar für die aus verschiedenen Perspektiven entwickel ten Gedanken auch zu den herausfordernden Themen wie Präventionsmaßnahmen und Impfungen.

Nur durch Entwicklung des Menschen, Vertiefung zwischenmenschlicher Beziehungen und Hilfestellungen als auch durch die Verwandlung unseres Verhältnisses zur Welt lassen sich die durch die Pandemie gestellten Aufgaben lösen. Denn: Die COVID-19-Pandemie hat sich nicht unabhängig von den immer stärkeren Eingriffen des Menschen in das Leben der Erde bis in die Welt der Mikroorganismen hinein entwickelt.

Das Verhältnis zur Tierwelt ist als brennende Frage in unser Bewusstsein getreten, wie der Erhalt der Wälder und eine den Boden gesundende Landwirtschaft. Kosmologisch hat sich die Pandemie in einer Konstellation ereignet, die Rudolf Steiner vor 100 Jahren sehr exakt im Zusammenhang mit Pandemien beschrieben hat. COVID-19 hat in schmerzhafter Weise den innigen Zusammenhang des Menschen mit der Natur und dem Kosmos bewusst gemacht.

Die Medizin heute kann viele Pro bleme lösen, aber sie kann auch Ursache oder Mitursache für fatale Entwicklungen sein: Arzneimittelrückstände in unseren Gewässern, Müllberge, die medizinische Gebrauchsgüter hinterlassen, der Energie verbrauch medizinischer Einrichtungen oder Antibiotika-Resistenzen wecken bei immer mehr Menschen die Frage nach einer ökologischen Wende der Medizin. Anthroposophische Medizin kann und sollte sich daran aktiv beteiligen.

Der inzwischen weit verbreitete Gedanke, dass es um fassende Gesundheit nur geben kann, wenn alle Bereiche des sozialen, ökonomischen und ökologischen Lebens zusammengeschaut werden („One Health“), zeigt, wie anschlussfähig die Anthropo sophische Medizin an die Zeitenlage sein kann. Dabei kommt der transdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Medizin, Landwirtschaft, Pädagogik und dem Zusammenwirken der älteren und jüngeren Generation besondere Bedeutung zu. Mit Spannung erwarten wir hier entsprechende Gastbeiträge auf unserer Tagung.

Mit dieser Aussicht blicken wir auf drei 100-jährige Jubiläen, nämlich des anthroposophischen Klinikimpulses mit Begründung der Klinisch-Therapeutischen Institute 1921 in Arlesheim und Stuttgart, der Anthroposophischen Pharmazie mit der Begründung der Weleda in Arlesheim 1921 und der Heileurythmie mit dem 1921 von Rudolf Steiner gehaltenen Heileurythmie-Kurs.

Wir freuen uns auf ein Wiedersehen mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus allen „möglichen“ Teilen der Welt und auf viele neue Begegnungen.

Zielgruppe

ÄrztInnen, PharmazeutInnen, HeileurythmistInnen, TherapeutInnen für Rhythmische Massage und Kunsttherapie

Veranstalter

Medizinische Sektion am Goetheanum
Postfach
4143 Dornach, Schweiz

Anmeldung

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Kosten
die Kosten entnehmen Sie bitte dem Programm

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