Wieso, weshalb, warum? Anthroposophische Medizin erklärt

Anthroposophische Medizin - ein sperriger Begriff?! Dabei verbirgt sich dahinter so viel Gutes! Die Anthroposophische Medizin geht davon aus, dass jeder Mensch seine eigene Gesundheit und seine eigene Krankheit hat. Damit sind die Wege zu Heilung und Gesundheit so vielfältig wie die Menschen selbst. Anthroposophische Medizin versteht sich dabei nicht als Alternative zur Schulmedizin. Im Gegenteil: Sie will diese ganz bewusst erweitern...

Was die Anthroposophische Medizin ausmacht? Antworten finden Sie hier: 

Anthroposophische Medizin... weil der Mensch mehr ist


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Der Mensch ist mehr als sein Körper. Erst das Zusammenspiel von Körper, Seele und Geist macht den Menschen aus. Wenn diese Bereiche in Balance sind, ist das die beste Basis dafür, langfristig gesund zu bleiben. Trotzdem gehören Krankheiten und Krisen nun mal zum Leben hinzu. Aber auch dann wollen Menschen ganzheitlich gesehen werden – und nicht nur als jemand, der Symptom XY hat und deshalb zum Arzt geht.

Eine sprechende und zuhörende Medizin

Deshalb behandeln anthroposophische Ärzte, Therapeuten und Pflegende eben nicht nur das erkrankte Organ, sondern fragen gemeinsam mit dem Patienten danach, was die individuellen Erwartungen, Hoffnungen und Nöte sind. Wie geht es dir? Was belastet dich? Wo möchtest du (wieder) hin? Welche Ressourcen hast du?

Krankheit und Gesundheit individuell verstehen

Anthroposophische Ärzte wissen, was die modernen Standards in einer Therapie sind. Dazu kommt aber noch etwas: ein individueller Blick auf den Menschen. Was ist für den Patienten gerade jetzt richtig? Wie können kranke Menschen so gestärkt werden, dass sie selbst aktiv zu ihrer Genesung beitragen können. Das gilt es, gemeinsam herauszufinden!

„Anthroposophische Medizin? Weil der Mensch mehr ist! Unser Leben vollzieht sich nicht nur körperlich, sondern ebenso seelisch und geistig. Ob der Mensch nun gesund oder krank ist. Anthroposophie nimmt diese Perspektive ernst und macht sie für den medizinischen Alltag gestaltbar. Das begeistert mich!“

Martin-Günther Sterner, Facharzt für Innere Medizin

Integrativ heißt...?

Integrativ heißt Haende

Im medizinischen Alltag ist es oft so, dass es zwischen Schulmedizin und Komplementärmedizin kaum Berührungspunkte gibt. Dabei geht es auch anders. Und zwar miteinander statt gegeneinander: Die Anthroposophische Medizin verbindet die konventionelle Medizin (z.B. Medikamente, Operationen, Intensivtherapie) mit Therapieverfahren wie z.B. Naturmedikamenten, Wickeln / Einreibungen, Bädern und Massagen, Kunsttherapie oder Heileurythmie. Und wird damit dem Menschen nicht nur körperlich, sondern auch seelisch und geistig gerecht. Diese erweiterte Perspektive kommt an – denn immer mehr Menschen wollen heute ganzheitlich gesehen werden und gleichzeitig vom medizinischen Fortschritt profitieren.

Mehr als nur Symptome behandeln

So entsteht ein Therapiekonzept, das den Menschen auf vielerlei Ebenen stärkt. Ein Beispiel: Natürlich setzt die Anthroposophische Medizin in der Krebsmedizin alle modernen Errungenschaften wie Operationen, Chemo- oder Immuntherapie & Co. ein. Dazu kommt aber noch mehr: Wie lassen sich Heilungsprozesse stimulieren oder verstärken? Wie Symptome gut kontrollieren? Die Lebensqualität verbessern? Den geschwächten Patienten stärken?

Seit (fast) 100 Jahren bewährt

Antworten darauf lassen sich nur individuell geben: Braucht der Patient begleitend eine Misteltherapie, um die Lebensqualität zu bessern? Oder bekommt er regelmäßig Rhythmische Massagen, um den Morphinbedarf zu reduzieren? Oder macht er Kunsttherapie, um eigene schöpferische Kräfte für die Auseinandersetzung mit der Krankheit zu aktivieren? Ein solches Konzept nennt sich heute „Integrative Medizin“ – und wird von der Anthroposophischen Medizin seit rund 100 Jahren praktiziert.

„Bis jetzt heißt es oft: Hier die Schulmedizin, dort die Komplementärmedizin – Parallelwelten! Da ist die spannende Frage doch: Wie bringen wir das so zusammen, dass die Patienten ein umfassendes medizinisches Angebot aus einer Hand bekommen? Patienten sehen das ganz pragmatisch: `Ich mache das, was mir hilft. Ich verlasse mich auf meinen Arzt, möchte aber auch selbst etwas für mich tun und aktiv dazu beitragen, meine Selbstheilungskräfte zu stärken.´ Dafür müssen wir gute Angebote machen, um den Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden.“

Dr. med. Thomas Breitkreuz, Facharzt für Innere Medizin

Zeit für Würde

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Ob es uns gefällt oder nicht: Krankheit und Behinderung gehören zum Leben dazu. Sie sind Teil unseres Lebens. So entstehen Gesundheit und Krankheit im Wechselspiel immer wieder neu. Das ist eine der wichtigsten Botschaften der Anthroposophischen Medizin.

Ein anderer Blick auf den Menschen

Und deshalb schauen anthroposophisch orientierte Ärzte, Therapeuten und Pflegende anders auf den Menschen. Sie gehen davon aus, dass der Kern jedes Menschen – so krank oder eingeschränkt  er auch sein mag – unzerstörbar ist und nicht angegriffen werden kann. Das zeigt sich auch in den zahlreichen Einrichtungen der anthroposophischen Heilpädagogik, Pflege und Altenhilfe.

Die Würde des Menschen ist unantastbar

Die Anthroposophische Medizin begegnet jedem Menschen – ob alt oder jung, gesund oder krank – mit Würde und Respekt. Und damit zutiefst menschlich. Diese Perspektive auch im ganz normalen Klinik- und Praxisalltag in die Behandlung einfließen zu lassen, ist eines der wichtigsten Anliegen der Anthroposophischen Medizin.

„Das Wesentliche sehen: den Menschen. Anthroposophische Medizin macht sich gerade diese Perspektive zu eigen, die im medizinischen oder pflegerischen Alltag sonst so oft verloren zu gehen droht.“

Britta Ulzhöfer, Gesundheits- und Krankenpflegerin, Expertin für Anthroposophische Pflege

Hightech mit Herz

 

BauchsonoOPsituation

Anthroposophische Medizin ist sehr vielfältig: Es gibt niedergelassene anthroposophische Haus- und Fachärzte, Praxen für Kunsttherapie, Heileurythmie und Rhythmische Massage, ambulante Pflegedienste, Altenpflege-Einrichtungen, heilpädagogische Häuser und vor allem auch Akutkrankenhäuser sowie Fach- und Rehakliniken.

Akutmedizin meets langfristige Perspektive

Im anthroposophischen Krankenhaus stehen – wenn nötig – alle modernen Therapieverfahren zur Verfügung: Medikamente, Operationen, Notfall- und Intensivbehandlungen. Doch parallel beginnt die ergänzende Phase der Behandlung: Die anthroposophischen Kliniken schaffen Strukturen, um den Menschen in seiner individuellen Situation wahrzunehmen und Raum für Entwicklung zu geben.

Therapien, die den ganzen Menschen stärken

Was das konkret heißt? Schon am Krankenbett oder in der Teambesprechung wird mit dem Patienten ein Plan erarbeitet, welche Therapien ergänzend eingesetzt werden können: Heileurythmie, Kunsttherapie und Massage sowie Wickel & Auflagen, biografische Gespräche und spezifische Arzneimittel. Damit wird die Therapie günstig beeinflusst, die Selbstheilungskräfte werden gestärkt, der Patient findet zu Kraft und Zuversicht zurück.

„Auch für anthroposophische Krankenhäuser gelten die üblichen Rahmenbedingungen. Trotzdem arbeiten wir Tag für Tag daran, uns die nötige Zeit zu nehmen. Den Patienten fällt das positiv auf. Ich habe schon oft gehört: ‚So viel Zeit wie Sie hat sich noch kein Arzt genommen.‘ Dabei saß ich nur etwas am Krankenbett. Es kommt auf die innere Haltung an. Die Anthroposophische Medizin hilft mir, diese innere Präsenz zu entwickeln – auch im ganz normalen Klinikalltag.“

Dr. med. Friedemann Schad, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie

Blick in die Praxis

Machen Sie sich selbst ein Bild: So sieht das integrative Konzept zum Beispiel in der kardiologischen Abteilung des anthroposophischen Krankenhauses Havelhöhe (Berlin) aus: 

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Menschlich Pflegen

Menschlich Pflegen Pflege1Anthroposophische Pflege fühlt sich anders an. Das spüren die Patienten sofort. Es geht nicht nur darum, Menschen bei der Körperpflege behilflich zu sein oder beim Essen oder Anziehen zu unterstützen. Anthroposophische Pflege ist viel mehr: Sie umhüllt den Menschen, stärkt und fördert ihn, aktiviert und beruhigt, reinigt und pflegt, vermittelt Zuversicht und Perspektive. Dafür gibt es spezielle Konzepte wie die 12 pflegerischen Gesten, die im Rahmen der Anthroposophischen Pflege entwickelt wurden.

Anthroposophische Pflege ist sowohl ambulant als auch im Krankenhaus in das Gesamtkonzept der Anthroposophischen Medizin eingebunden. Menschen, die schwer oder chronisch krank sind, haben oft ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem Körper – sie sind enttäuscht, fühlen sich schwach, manche auch wütend. Anthroposophische Pflege nimmt den Menschen so wahr und an, wie er ist: gesund oder krank, alt oder jung, gebrechlich oder leistungsfähig. 

Allen, wirklich allen Menschen wird vermittelt: Wie krank du auch sein magst, wir stärken dich, wir fördern das, was gesund in dir ist. Denn es ist eine feste Überzeugung in der Anthroposophischen Medizin, dass der Mensch in allen Phasen seines Lebens, auch am Lebensende, viele gesunde Anteile und Kräfte in sich hat.

 

„Was ich an der anthroposophischen Pflege so schätze? Der Mensch darf so sein, wie er gerade ist. Wir unterstützen ihn dabei, Entwicklungsschritte zu machen - unabhängig davon, wie pflegebedürftig er ist. Dabei entwickeln wir uns selbst auch, in einer Art professioneller Menschlichkeit oder menschlicher Professionalität. Alles hat einen Sinn. Den gilt es zu geben, zu finden. Ein wesentliche Rolle spielen auch die Substanzen mit denen wir arbeiten: Hier achten wir auf solche, denen Gesundheit inne wohnt, beispielsweise Zitronen, Quark, Ingwer, Wolle, Öle...“.

Birgitt Bahlmann, Expertin für Anthroposophische Pflege

Rhythmische Einreibung

Die Rhytmische Einreibung nach Wegman/Hauschka ist eine wirkungsvolle Anwendung in der Anthroposophischen Pflege. Wie sie funktionieren und was sie können, erfahren Sie im Clip: 

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Gute Arzneimittel

WWW Gute Arzneimittel web

Die Anthroposophische Medizin arbeitet auch bei den Arzneimitteln integrativ. Will heißen: Zum einen werden Arzneimittel der konventionellen Medizin dort eingesetzt, wo sie absolut notwendig sind. Zum anderen verfügt die Anthroposophische Medizin über einen großen Schatz an weiteren Medikamenten: Sie greifen in Krankheitsprozesse ein, lindern Symptome und unterstützen den Heilungsprozess. Und sie stärken die gesunden Kräfte! So stehen nicht alleine die körperlichen Symptome im Mittelpunkt, sondern der gesamte Mensch. Das spricht immer mehr Menschen an.

Die Anwendungsgebiete der Anthroposophischen Arzneimittel decken ein breites Spektrum ab: Von Präparaten für die Selbstmedikation, zum Beispiel bei leichten Infekten, die Patienten selbst in der Apotheke kaufen können - bis hin zu Medikamenten, die bei schwerwiegenden oder chronischen Krankheitsbildern verordnet werden.

Homöopathie und Anthroposophische Medizin - alles das Gleiche?

Homöopathie und Anthroposophische Medizin – ist das nicht das Gleiche? Nein, denn obwohl in der Anthroposophischen Medizin auch homöopathische Arzneimittel eingesetzt werden, gibt es doch wichtige Unterschiede: Bei den meisten klassisch-homöopathischen Behandlungen wird ausschließlich medikamentös gearbeitet. Anders in der Anthroposophischen Medizin: Neben den Arzneimitteln gibt es zusätzliche Therapieverfahren wie zum Beispiel Heileurythmie, Kunsttherapie, spezifische Pflegeangebote. Außerdem gibt es Unterschiede bei bestimmten pharmazeutischen Herstellverfahren.

Lebensqualität verbessern, Nebenwirkungen reduzieren

Das bekannteste anthroposophische Arzneimittel ist die Mistel – das am besten erforschte und am häufigsten eingesetzte komplementärmedizinische Arzneimittel in der Krebsmedizin. Bei der Misteltherapie geht es darum, in erster Linie die Lebensqualität des Patienten zu steigern und Nebenwirkungen der konventionellen Krebstherapie abzumildern. Bei einigen Krebsarten konnte in Studien sogar ein längeres Überleben der Patienten nachgewiesen werden. Nicht zuletzt halten Patienten, die die Mistel bekommen, die konventionelle Medizin oft länger durch. Weitere Informationen zur Misteltherapie: www.100jahrezukunft.de

„Eine Misteltherapie sorgte für die Stärkung meiner Abwehrkräfte. Die Chemo war hart. Aber die begleitende Misteltherapie konnte die Nebenwirkungen abmildern, denn der Körper schüttet dann mehr Beta-Endorphine aus, die die Übelkeit lindern und gleichzeitig das Immunsystem stärken.“

Krebspatientin

Aktiv werden

Aktiv werden Heileurythmie

Zu den Besonderheiten der Anthroposophischen Medizin gehört ein erweitertes therapeutisches Spektrum an speziellen Therapien: Kunsttherapie, Heileurythmie, Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegman, die Rhythmischen Bäder sowie die Öldispersionsbadetherapie nach Dr. Werner Junge.

Zarte Impulse, große Wirkung

Viele Patienten sind überrascht, wie unmittelbar diese Therapien wirken, obwohl auf den ersten Blick gar nichts Spektakuläres geschieht. Aber die Wirkung auf die Balance von Körper, Seele und Geist ist enorm.

Wieder zu Kräften kommen

Eingesetzt werden diese Therapien, um die Symptome zu verbessern und die psychischen und körpereigenen Ressourcen des Patienten zu unterstützen. So können vor allem chronisch kranke Menschen wieder zu neuen Kräften finden. Aber auch akut erkrankte Menschen profitieren davon, dass sie in ihrer gesamten Individualität gestärkt werden.

„Rhythmische Massage ist eben mehr, als einfach ‚nur‘ Physiotherapie zu machen. Sie ist ein wunderbares Werkzeug, um Körper, Geist und Seele zu stärken…“

Conrad Lorenz, Therapeut für Rhythmische Massage

Mit den Händen arbeiten

Kunsttherapie zum Anschauen: Das Plastizieren gehört zu den künstlerischen Therapien, die im Rahmen der Anthroposophischen Medizin eingesetzt werden. Warum die Patienten dadurch gestärkt werden, sehen Sie hier: 

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Forschende Medizin


Arzneimittel AnalytikAuch wenn es viele nicht wissen: Die Anthroposophische Medizin versteht sich ganz explizit als eine forschende Therapierichtung, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert. Geforscht wird an Universitäten, Forschungsinstituten, in Krankenhäusern und bei den Arzneimittelherstellern. Dabei suchen die Forscher bewusst den Schulterschluss mit der konventionellen Medizin.

Schwerpunkt Forschung bei Krebs

Am eindrücklichsten sind die Studien zu Krebserkrankungen. Ein gutes Beispiel: Bei einer Studie zur anthroposophischen Misteltherapie bei Bauchspeicheldrüsenkrebs konnten deutliche Überlebensvorteile in der palliativen Erkrankungssituation nachgewiesen werden. Am bekanntesten sind darüber hinaus Studien, die zeigen konnten, dass die Misteltherapie die Lebensqualität erhöht und auch Chemotherapien unter begleitender Misteltherapie besser verträglich sind.

Breites Forschungsspektrum

Außerdem konnten weitere Forschungsprojekte mit guten Ergebnissen abgeschlossen werden, so zum Beispiel Untersuchungen zur Behandlung von akuten Atemwegs- und Ohr- und Lungeninfektionen, wie aber auch bei Rheuma mit Anthroposophischer Medizin. Die Ergebnisse machen Lust auf mehr – zeigen aber auch, dass noch manche Forschungsfragen offen sind.

„Wenn Wirksamkeitsfragen zur Misteltherapie sachlich erörtert werden, kommt man nicht mehr umhin, die Misteltherapie als etabliertes Therapieverfahren mit hoher Wirksamkeit zu bewerten. Die Patientinnen und Patienten sehen das mittlerweile genauso. Rund 60 Prozent der Krebspatienten wenden im Laufe ihrer Krebserkrankung die Mistel an.“

Prof. Dr. med. Harald Matthes, Facharzt für Innere Medizin, Gastroenterologie und Psychotherapie

Kurz & knapp 

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Die Anthroposophische Medizin… 

Wer hats erfunden Postits

  • geht auf Rudolf Steiner (1861-1925) zurück und wurde von ihm gemeinsam mit der Ärztin Ita Wegman (1876-1943) entwickelt
  • wird heute in über 80 Ländern praktiziert und fortlaufend weiterentwickelt
  • ist in Deutschland sowohl in der Praxis als auch in Akutkrankenhäusern und
    Reha-Kliniken sowie als Pflegeeinrichtungen vertreten
  • wird ausschließlich von Ärzten praktiziert, die neben ihrer Approbation und/oder ihrer Facharztausbildung eine Aus- und Weiterbildung in Anthroposophischer Medizin absolviert haben; auch Therapeuten, Pharmazeuten oder Pflegende verfügen über akademische Abschlüsse oder sind zertifiziert ausgebildet
  • setzt ein erweitertes therapeutisches Spektrum ein: Anthroposophische Kunsttherapie, Heileurythmie, Rhythmische Massage nach Dr. Ita Wegman und Ölbadetherapie
  • ist seit 1976 im Arzneimittelgesetz als medizinische Richtung gesetzlich verankert und im Sozialgesetzbuch V als „besondere Therapierichtung“ anerkannt

Die Anthroposophische Medizin geht auf Rudolf Steiner zurück und wurde von ihm gemeinsam mit der Ärztin Ita Wegman vor rund 100 Jahren entwickelt. In ihrem gemeinsamen Buch Grundlegendes für eine Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen (1925) haben die beiden Autoren ihre Vision einer modernen und integrativ ausgerichteten Medizin skizziert – der heutigen Anthroposophischen Medizin. Zuvor hatte Steiner seine Ideen bereits in einem Vortragszyklus vor Ärztinnen und Ärzten sowie Studierenden vorgestellt.

                                               
Wer war Rudolf Steiner?

Wer hats erfunden 1915 Rudolf Steiner mit Bildquelle web

Rudolf Steiner wurde 1861 in Kraljevec (heute Kroation) geboren, gestorben ist er 1925 in Dornach (Schweiz). Der Philosoph, Naturwissenschaftler und Goethe-Forscher hat ein extrem vielfältiges Werk hinterlassen – neben zahlreichen Büchern auch rund 6.000 Vorträge zu ganz verschiedenen Themenfeldern: Medizin, Landwirtschaft, Kunst, Ökonomie und Sozialkunde. Diese Impulse sind auch heute noch sehr lebendig, zum Beispiel in der Waldorfpädagogik, der biologisch-dynamischen Landwirtschaft oder eben der Anthroposophischen Medizin.

Außerdem hat Steiner die „Anthroposophie“ (griechisch für „Weisheit vom Menschen“) begründet – eine Weltanschauung, die sich als Anregung zur eigenen und zutiefst individuellen Entwicklung versteht – nicht als Religion oder dogmatische Lehre.

 




Wer war Ita Wegman?

Wer hats erfunden Ita Wegman web


Die Niederländerin Maria Ita Wegman kam 1876 in Kravang (Indonesien) zur Welt und starb 1943 in Arlesheim (Schweiz). Ita Wegman war eine ungewöhnliche Frau – und ihrer Zeit weit voraus.

Mit über 30 Jahren begann die enge Vertraute Rudolf Steiners als eine der ersten Frauen ein Medizinstudium und gründete 1921 die erste anthroposophische Klinik. Dabei entwickelte sie auch neue Ansätze in der Pflege, zum Beispiel Einreibungen, Anwendungen und Wickel sowie die Rhythmische Massage, die noch heute in der Anthroposophischen Medizin breit angewendet werden.

 

 

 
Bildnachweise: 

Rudolf-Steiner: Bildquelle: Rudolf Steiner Archiv Dornach, Schweiz
Ita Wegman: Ita Wegman Archiv Arlesheim/Schweiz

Wo gibts das Aerzte Im Gespraech Filderklinik

Wo & wie bekommen Sie Anthroposophische Medizin?


In Deutschland gibt es rund 1.300 Anthroposophische Ärzte/innen, die teils niedergelassen in einer Praxis arbeiten und teils in den Anthroposophischen Krankenhäusern angestellt sind. Die drei größten Anthroposophischen Kliniken sind: die Gemeinschaftskrankenhäuser » Havelhöhe (Berlin) und » Herdecke (Witten-Herdecke) sowie die » Filderklinik (nahe Stuttgart). Außerdem gibt es noch die fachlich spezialisierten Akutkliniken » Paracelsus Krankenhaus und die » Klinik Öschelbronn. Darüber hinaus gibt es Fachkliniken (zum Beispiel mit psychosomatischem / psychiatrischem Schwerpunkt) sowie verschiedene Reha-Einrichtungen (inklusive ein Eltern-Kind-Kurheim), die anthroposophisch-medizinisch arbeiten. Eine Übersicht über alle Einrichtungen finden Sie unter www.anthro-kliniken.de.

Ergänzend gibt es zahlreiche Anthroposophische Pflegeheime und ambulante Pflegedienste (» Pflegesuche) sowie über 200 Anthroposophische heilpädagogische Einrichtungen. Bitte informieren Sie sich online bei » Anthropoi - Bundesverband.

Wo finde ich einen Anthroposophischen Arzt? 

 
Wenn Sie eine/n Anthroposophische/n Arzt/Ärztin in Ihrer Nähe suchen, dann nutzen Sie dazu die » Onlinesuche der Gesellschaft Anthroposophischer Ärzte in Deutschland (GAÄD).

Oder fragen Sie telefonisch bei der Hotline des Bürger und Patientenverbandes » GESUNDHEIT AKTIV an. Die Hotline ist von Montag bis Freitag, 9 bis 12 Uhr, und von Montag bis Donnerstag, von 14 bis 16 Uhr, unter der Rufnummer 01803 – 30 50 55 besetzt (0,09 €/Min. aus dem Festnetz, Mobilfunk höchstens 0,42 €/Min.).

Wer bezahlt´s?

Werbezahlt Portemonnaie clipdealerAnthroposophische Medizin ist für alle da. Beim Arzt bedeutet das, dass die gesetzliche Krankenkasse die Behandlung ganz normal über die Versichertenkarte übernimmt. Die Behandlung in einer anthroposophischen Klinik (in Deutschland gilt die freie Klinikwahl) wird ebenso übernommen.

Anthroposophische Arzneimittel als Satzungsleistungen

Und auch bei den Arzneimitteln gelten die üblichen Regeln: Alle Arzneimittel, die nicht verschreibungspflichtig sind, müssen in der Regel von den Patienten selbst bezahlt werden. Leider gehört der Großteil der anthroposophischen Medikamente dazu. Trotzdem erstatten zahlreiche Krankenkassen die Kosten für anthroposophische Arzneimittel über ihre so genannten „Satzungsleistungen“.

Keine einheitliche Erstattung von Heileurythmie & Co.

Auch bei den Therapien lohnt sich ein Blick ins Kleingedruckte: manche gesetzliche Kassen erstatten, andere nicht, wieder andere anteilig über ihre Satzungsleistungen. Am besten fragen Sie bei der Kasse direkt an.

Vorteil der Integrierten Versorgung

Ein wichtiger Tipp: Manche Krankenkassen machen bei der so genannten „Integrierten Versorgung Anthroposophische Medizin“ mit. In diesem Fall bekommen die Versicherten anthroposophische Therapien wie Kunsttherapie und Heileurythmie über die Versichertenkarte als garantierte Leistung ihrer Kasse erstattet. Ohne Wenn und Aber. Detaillierte Informationen gibt es » hier 

„Die Anthroposophische Medizin steht allen Menschen offen, unabhängig davon, ob sie gesetzlich oder privat versichert sind. Allerdings gelten für die verschiedenen Leistungsbereich unterschiedliche Regeln. Außerdem handhaben Krankenkassen manches unterschiedlich. Deshalb unser Tipp: Informieren Sie sich in jedem Fall vorher, was Ihre Kasse – und was nicht – übernimmt. Ansonsten gilt: Wir beraten Sie gern!“

Barbara Wais, Geschäftsführerin des DAMiD