Januar 2026: Auch das Jahr 2025 war in Deutschland geprägt von einem anhaltenden Rückgang der Apothekenzahl. Entsprechende Fachverbände sprechen seit Jahren vom sogenannten „Apothekensterben“ – im vergangenen Jahr setzte sich diese Entwicklung deutlich fort. Insgesamt schlossen im Laufe des Jahres rund 500 Apotheken, wogegen nur etwa 60 Neueröffnungen stehen. Damit sank die Gesamtzahl der Apotheken auf 16.601 in Deutschland-  ein historischer Tiefstand. Ende 2020 lag die Zahl der Apotheken noch bei 18.753. Das bedeute, dass innerhalb von 5 Jahren jede 10. Apotheke schließen musste.             

Auch die GAPiD (Gesellschaft für Anthroposophische Pharmazie in Deutschland e.V.) kennt die Sorgen und Nachwuchsprobleme ihrer Mitglieder: “Die Arbeitsdichte ist in den letzten Jahren auch durch die sinkende Zahl an Apotheken stark gestiegen. Am Ende bedeutet das längerer Wartezeiten und weniger Zeit für den einzelnen Patienten, was unserem Versorgungsanspruch nicht entspricht. “

Der sich abzeichnende Trend bleibt klar: Die Apothekenlandschaft schrumpft. Besonders betroffen sind häufig schwächer frequentierte Standorte, etwa in ländlichen Regionen oder abgelegenen Stadtteilen.

Als zentrale Ursachen gelten vor allem wirtschaftliche Belastungen, die sich in den vergangenen Jahren deutlich verschärft haben. Ein wesentlicher Punkt ist das unveränderte festgelegte Packungshonorar für ein verordnetes Arzneimittel (Fixhonorar), das seit 22 Jahren nicht angepasst wurde. Gleichzeitig sind die Betriebskosten in Apotheken erheblich gestiegen – im Vergleich zu früheren Jahren um etwa 65 Prozent. Dazu zählen unter anderem Personal-, Energie- und Mietkosten.

Viele Apotheken geraten dadurch in eine wirtschaftliche Schieflage: Während die Ausgaben steigen, bleibt die Vergütung für die Versorgung weitgehend konstant. Für viele Betriebe wird es dadurch zunehmend schwierig, kostendeckend zu arbeiten oder notwendige Investitionen zu tätigen.

Im Koalitionsvertrag wurde zwar als Teil einer geplanten Apothekenreform eine Erhöhung des Fixhonorars  um 1,15 Euro angekündigt, bislang ist diese Anpassung jedoch nicht umgesetzt. Viele Apothekenbetriebe warten daher weiterhin auf konkrete Entlastungen und verlässliche Rahmenbedingungen.

Die GAPiD blickt mit großer Sorge auf die anhaltenden Apothekenschließungen in Deutschland. Apotheken sind ein unverzichtbarer Bestandteil der wohnortnahen Gesundheitsversorgung – besonders für Menschen mit chronischen Erkrankungen, für Familien und für ältere Patient:innen. Sie sind oft die erste niedrigschwellige Anlaufstelle bei Fragen zu Medikamenten, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen und leisten damit einen zentralen Beitrag zur Sicherheit der Arzneimitteltherapie.

Im Zuge der wirtschaftlichen Verschärfungen im Gesundheitswesen gehen auch mehr und mehr spezialisierte Versorgungsangebote verloren. Dazu zählt auch die anthroposophische Pharmazie, die sich durch eine ganzheitliche, individuell ausgerichtete Beratung und eine besondere pharmazeutische Kompetenz auszeichnet. Anthroposophische Arzneimittel bieten vielfältige, auf den einzelnen Menschen abgestimmte Therapieansätze. Die persönliche Beratung, verbunden mit fundierten Kenntnissen zu den Arzneimitteln, ihrer speziellen Herstellungsweise und ihres Zusammenspiels mit anderen Therapierichtungen, stellt ein wesentliches Merkmal dieses Angebots dar. Diese Vielfalt ist ein wichtiger Bestandteil einer patientenorientierten Versorgung und darf nicht weiter ausgedünnt werden. Die GAPiD meint dazu weiter: „Eine ganzheitliche Therapierichtung, wie die anthroposophische Medizin, braucht die Apotheke, als einen Ort, an dem kompetent, persönlich und individuell  von Mensch zu Mensch beraten werden kann. “

Aus Sicht der GAPiD braucht es daher politische Entscheidungen, die Apotheken als tragende Säule eines solidarischen Gesundheitssystems stärken – durch verlässliche Rahmenbedingungen, eine angemessene Vergütung pharmazeutischer Leistungen und konkrete Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung in Stadt und Land. Gesundheitsversorgung muss für alle Menschen zugänglich, sicher und verlässlich bleiben – heute und in Zukunft.

 

Mehr Infos unter https://gapid.de/