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Stellungnahme des Dachverbandes Anthroposophische Medizin zur COVID-Impfung

Berlin, 2. Dezember 2021. Die Lage in Deutschland ist erneut angespannt. Die Infektionszahlen sind hoch, die Impfquoten liegen hinter den Erwartungen zurück, Pflegende und Ärzt:innen sind vielerorts am Ende ihrer Kräfte, die Intensivmedizin ist in vielen Kliniken überlastet. Um gemeinsam diese Krise zu bewältigen, sind aber nicht moralischer Druck und Schuldzuweisungen gefragt, sondern Respekt und solidarisches Handeln.

Der Anthroposophischen Medizin und Anthroposophie allgemein wird derzeit immer wieder vorgeworfen, an zu niedrigen Impfquoten schuld zu sein. Angesichts von rund 12.000 Mitgliedern der Anthroposophischen Gesellschaft und rund 15 Millionen ungeimpften Personen in Deutschland erstaunt diese Schuldzuweisung schon aus quantitativen Gründen.

Vielfach engagiert gegen die Pandemie

Richtig ist stattdessen: Die Anthroposophische Medizin hat international von Anfang an SARS-CoV-2-Impfungen als wesentliche Hilfe zur Überwindung der Pandemie und insbesondere zum Schutz von Risikogruppen begrüßt.* „Wir sind sehr froh, dass wir die Impfung haben“, wiederholt Dr. med. Stefan Schmidt-Troschke, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin und Vorstandsmitglied im DAMiD.

„Wir stehen für eine freie Entscheidung ohne Impfpflicht, aber zur Freiheit gehört auch Verantwortung“, betont Schmidt-Troschke. „Die COVID-Impfstoffe leisten zwar vor allem einen Selbstschutz, aber sie tragen damit gleichzeitig zu einem Schutz vor Überlastung des Gesundheitssystems und anderer erkrankter Menschen bei. Für die jetzt empfohlenen Booster-Impfungen gilt: Menschen, die zu Risikogruppen gehören, sollten sich prioritär boostern lassen.“ Gleichzeitig hat die Anthroposophische Medizin früh drauf hingewiesen, dass die Impfung nur teilweise davor schützt, das Virus zu übertragen, dass die Impfschutzdauer unsicher ist und das Virus nicht verschwinden wird. So braucht es für gesunde Kinder ein anderes und nachhaltiges Konzept, als es für den Schutz von Risikogruppen notwendig ist.

Richtig ist außerdem: Anthroposophische Ärztinnen und Ärzte beteiligen sich seit Monaten aktiv an Impf- und Booster-Aktionen in Praxen und Kliniken. Darüber hinaus tragen sie wesentlich zur hausärztlichen, klinischen und intensivmedizinischen Versorgung von COVID 19-Patient:innen bei.

Historische Einordnung

Impffragen werden in der Anthroposophischen Medizin grundsätzlich nicht historisch beurteilt. Trotzdem verweisen manche Medien und auch Impfgegner gerne auf Rudolf Steiner. Tatsächlich kann man bei Rudolf Steiner eine teils kritische, aber durchaus offene und vor allem sehr pragmatische Haltung erkennen: Steiner selbst war nicht gegen Impfungen – zur damaligen Zeit ging es um die Pocken-Impfung – eingestellt und hat sich auch selber impfen lassen. In einem Vortrag hat er gesagt: "Da muß man eben impfen. Es bleibt nichts anderes übrig. Denn das fanatische Sichstellen gegen diese Dinge ist dasjenige, was ich … ganz und gar nicht empfehlen würde." (Quelle: Rudolf Steiner, Physiologisch-Therapeutisches auf Grundlage der Geisteswissenschaft, Gesamtausgabe 314, Dornach 2011, S. 320 ff.)

*Impf-Statement » Anthroposophische Medizin vom Januar 2021

 

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Der DAMiD repräsentiert die Anthroposophische Medizin in allen gesellschaftlichen Bereichen des deutschen Gesundheitswesens. Als Dachorganisation vertritt der Verband die übergeordneten Belange und Interessen seiner 16 Mitglieder. Mitgliedsorganisationen sind Berufsverbände, Klinikverband, die gemeinnützige Altenhilfe sowie ein Bundesverband für Menschen mit Assistenzbedarf.

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