Als Kinderarzt habe ich immer häufiger mit Allergien zu tun. Dabei kann der integrative Ansatz der Anthroposophischen Medizin viel ausrichten. Diese ganzheitliche Perspektive bedeutet mir sehr viel.

So stehen in unseren Therapiekonzepten – und damit auch bei den präventiven Strategien – heute Umwelt- und Lebensstilfaktoren im Mittelpunkt. Im Klartext: Durch eine bewusste Gestaltung des Lebensstils – Ernährung, Bewegung, Pädagogik – können Eltern viel tun, um das Allergie-Risiko für ihr Kind zu senken. Dabei unterstützen wir die Familien. Auch wenn eine Allergie bereits ausgebrochen ist, kann man viel tun, damit das kindliche Immunsystem lernt, „richtig“ auf äußere Reize zu reagieren.

Dafür empfehlen wir anthroposophischen Kinderärzte einen ganzheitlichen Ansatz: Kinder sollten viel Kontakt mit der natürlichen Umgebung haben, sie sollten sehr viel draußen sein, im direkten Kontakt mit Wald, Pflanzen und Bauernhoftieren. Sie sollten gestillt werden und anschließend Vollwertkost bekommen. Fieberhafte Erkrankungen sollten (möglichst ohne fiebersenkende Mittel) in Ruhe ausheilen können. Antibiotika sollten nur dann eingesetzt werden, wenn sie auch wirklich indiziert sind. Darüber hinaus setzt die Anthroposophische Medizin verschiedene gut wirksame Arzneimittel ein. Außerdem können Verfahren wie Heileurythmie oder Kunsttherapie sehr gut begleitend verordnet werden.

Prof. Dr. med. Alfred Längler, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin sowie Kinderonkologe, Leitender Arzt der Abteilung Kinder- und Jugendmedizin am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

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