Neugeborene Drillinge im Bettchen


Babyboom in der Filderklinik – sogar Drillinge kamen kürzlich ohne Kaiserschnitt zur Welt

Berlin, 7. Oktober 2021. In der anthroposophischen Filderklinik jagt ein Geburtenrekord den nächsten. Es hat sich – nicht nur in der Region – herumgesprochen, dass in der Filderklinik natürliche Geburten das Maß aller Dinge sind und Kaiserschnitte äußerst selten gemacht werden – die Quote liegt bei bundesweit einmaligen 15 Prozent. Sogar Drillinge kamen kürzlich wieder ohne Kaiserschnitt auf die Welt, eine echte Seltenheit. Wie gelingt der Filderklinik, was anderswo undenkbar wäre?

Jeder Tag zählt

Gut 10.000 Geburten hat Dr. Hauke Schütt, Chefarzt der Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Filderklinik, schon begleitet. Doch Mitte September 2021 wartete eine besondere Herausforderung im Kreißsaal: eine Patientin, die mit Drillingen schwanger war. Theresa Wolf-Hoffmann und ihr Mann hatten sich bewusst für die Filderklinik entschieden, da die werdende Mutter ihre Drillinge auf natürlichem Weg auf die Welt bringen wollte.

Schon im Vorfeld kam die werdende Mutter regelmäßig in die Filderklinik. „Jeder Tag, an dem sich die Kinder noch im Mutterleib entwickeln können, zählt“, erklärt Schütt. „Als Geburtshelfer gehört es manchmal eben auch zu unseren Aufgaben dafür zu sorgen, dass Schwangere ihre Kinder noch nicht bekommen.“ In der 35. Schwangerschaftswoche war es dann soweit: die drei Kinder Lilly, Lea und Toni erblickten alle auf natürlichem Weg das Licht der Welt. „Die Geburt war einfach schön“, erzählt die Drillings-Mutter. „Wenn ich ein Wort wählen dürfte, um die Atmosphäre zu beschreiben, würde ich „behutsam“ wählen. Wir wussten natürlich, dass bei einer Drillingsgeburt im Hintergrund richtig was los ist, aber davon war im Kreißsaal nichts zu spüren.“

Echte Teamarbeit

Neben den speziellen Fachkenntnissen und der Erfahrung der Geburtshelfer:innen ist dies nur möglich, da die Klinik über eine kompetente Notfallversorgung verfügt. Ein 16-köpfiges Team aus Hebammen, Fachpflegenden sowie Ärztinnen und Ärzten der Geburtshilfe, Anästhesie, Kinderheilkunde und Neonatologie stand bereit, als es los ging. „Wir gehen kein Risiko ein. Wenn wir unter einer natürlichen Geburt feststellen, dass ein Kaiserschnitt notwendig ist, können wir unmittelbar reagieren“, erklärt Dr. Jan Vagedes, Chefarzt der Kinder- und Jugendheilkunde an der Filderklinik.

Gegen den Trend zum Kaiserschnitt

Nicht nur in der Filderklinik, auch in den anderen anthroposophischen Geburtskliniken wird konsequent auf die natürliche Geburt gesetzt. Warum das so ist und wie das konkret im Klinikalltag umgesetzt wird, zeigt die Medizinische Sektion am Goetheanum im Video:

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Damit stemmen sich die anthroposophischen Kliniken gegen einen weltweiten Trend: Inzwischen kommen auch in Deutschland über 30 Prozent der Kinder per Kaiserschnitt auf die Welt. Der Grund: Zum einen sind Kaiserschnitte für die Kliniken besser planbar und werden besser vergütet als eine natürliche Geburt. Zum anderen verfügt das Personal in der Geburtshilfe vielerorts nicht mehr über entsprechendes Know-how, um auch kompliziertere Geburtsverläufe natürlich begleiten zu können.

Mehr erfahren?

„Kleines Dreifachwunder“, Pressemitteilung Filderklinik, 14. September 2021

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