Porträt Doris Knorr

Eine Geburt ist ein Wunder. Das ist unsere innere Haltung in der anthroposophischen Geburtshilfe. Und das Schönste: Ich darf als Hebamme daran beteiligt sein. An diesem langen Weg, den Eltern und Kind gemeinsam zurücklegen, wenn sie eine Familie werden.

Ich werde oft gefragt, was eigentlich das Besondere an der anthroposophischen Geburtshilfe ist? Für mich sind das eben nicht nur die anthroposophischen Medikamente oder die zart lasierten Wände in unserem Haus – das alles gibt es mittlerweile auch in vielen anderen Geburtskliniken. Für mich ist es die innere Haltung, mit der wir hier Geburtshilfe machen. Der Respekt vor der Würde des Menschen auf seinem individuellen Lebens- und Schicksalsweg bestimmt unsere Arbeit.  Das ist einfach mehr, als „nur“ Kügelchen zu geben.

Als Hebamme bin ich den Menschen, die ein Kind bekommen, ja sehr nah, nicht nur körperlich, sondern auch seelisch-geistig. Meine innere Haltung, die sich an der Anthroposophie orientiert, hilft mir dabei, die Menschen in diesem ganz besonderen Moment zu stützen. So kann ich die Eltern ganz anders begleiten, mit einem ganz offenen Blick für das Wesentliche.

Natürlich muss ich als Hebamme auch wissen, was tue ich, wenn…? Aber vor allem kommt es auf die innere Haltung an. Das spüren übrigens auch junge Kolleginnen und Studentinnen, dass wir hier einfach nochmal anders ansetzen. Wer das einmal erlebt hat, will in der Regel nichts anderes mehr! So ging es mir auch vor vielen Jahren. Und nun freue ich mich, dass ich das weitergeben kann.

Doris Knorr, Leitende Hebamme am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke

 

 

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