Anthroposophische Medizin? ... Weil der Mensch mehr ist! Unser Leben vollzieht sich nicht nur körperlich, sondern ebenso seelisch und geistig - und das irgendwie gesetzmäßig. So erleben wir es... Die Anthroposophie erörtert diesen Umstand nicht einfach nur: sie nimmt ihn ernst und macht ihn für den Lebensalltag gestaltbar, nutzbar. Das begeistert mich.

Dieses Prinzip, etwas praktisch nutzbar zu machen, ist meines Erachtens derselbe Grund, weshalb wir auch die Naturwissenschaft lieben: Sie hilft uns die materielle Welt in ihren Grenzen zu gestalten, zu nutzen, zu verstehen. Dabei liegt ihr - wie ich finde - häufig übersehenes Geheimnis darin, dass sich mit der Erkenntnis zu einem untersuchten Objekt auch das eigene Bewusstsein entwickelt. Mir hilft die Anthroposophie dabei, dieses materiell basierte Verständnis zu erweitern.

Eine anthroposophische Haltung in der Medizin kann uns dazu befähigen, vielleicht ähnlich, wie die Hefe im Teig wirkt, das Leben unserer Patientinnen und Patienten immer besser zu verstehen. Das braucht es, um die Therapie wirklich individuell auszurichten.

... warum ich mir da so sicher bin? Na, weil der Mensch eben mehr ist!

Martin-Günther Sterner, Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterologie und Allgemeinmedizin, Chefarzt der Medizinischen Klinik I am Klinikum Niederlausitz

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